Konzerte

Beethoven C-Dur Messe op. 86

Ludwig van Beethoven, Messe C-Dur op. 86
Felix Mendelssohn Bartholdy, Der 42. Psalm „Wie der Hirsch“
Felix Mendelssohn Bartholdy, „Verleih uns Frieden“

Werke für Soli, Chor und großes Orchester

Judith Wiesebrock, Sopran
Vera Maria Bitter, Alt
Sebastian Köchig, Tenor
Eric Fergusson, Bass

Bachchor Würzburg
Bachorchester Würzburg

Leitung Matthias Querbach

Tickets im Falkenhaus 0931.372398

Die Messe in C-Dur op. 86 wurde von Ludwig van Beethoven von März bis August 1807 im Auftrag von Fürst Nikolaus II. von Esterházy zum Namenstag von dessen Frau Maria Josepha Hermengilde von Liechtenstein geschrieben.
Beethoven stand zur Zeit der Komposition seiner ersten Messvertonung unter dem Vorbild der von seinem Lehrer Joseph Haydn komponierten Messen, die er als »unnachahmliche Meisterstücke« ansah und während seiner Kompositionsarbeit auch studierte. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass Beethovens Skizzen zum Gloria seiner C-Dur-Messe, wie im Jahre 1991 der Musikwissenschaftler McGrann und unabhängig von ihm auch Alan Tyson entdeckte, auch zwei Stellen aus Haydns Schöpfungsmesse enthalten.
Die Messe wurde am 13. September 1807 in Eisenstadt uraufgeführt. Da dem Fürsten die Messe nicht zusagte, widmete Beethoven sie bei der Drucklegung dem Fürsten Kinsky.
Teile der Messe wurden am 22. Dezember 1808 im „Theater an der Wien“ aufgeführt. (An diesem Abend wurden daneben noch die 5. Sinfonie, die 6. Sinfonie, das 4. Klavierkonzert sowie die Chorfantasie op. 80 uraufgeführt).
Beethoven distanzierte sich mit dieser Messe von den traditionellen Messvertonungen und behandelte den Text nach eigener Angabe so, „wie er noch wenig behandelt worden“. Die berühmteste Messe von Beethoven wurde allerdings dann die Missa solemnis.

Der 42. Psalm op. 42 „Wie der Hirsch schreit“ ist eine Kantate für Sopran, gemischten Chor und Orchester von Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Text beruht auf dem alttestamentlichen Psalm 42.
Am 28. März 1837 heiratete Felix Mendelssohn Bartholdy die Pfarrerstochter Cécile Jeanrenaud. Mendelssohns Vertonung des 42. Psalms entstand größtenteils 1837 während seiner Hochzeitsreise, die das junge Ehepaar u. a. durch das Elsass und den Schwarzwald führte. Der erste, zweite und sechste Satz entstanden in Freiburg im Breisgau, der Schlusschor wurde Ferdinand Hiller zufolge später in Leipzig angefügt.
Die Uraufführung der ersten Fassung (mit dem jetzigen Chor Nr. 4 als Schlusschor) fand am 1. Januar 1838 im Leipziger Gewandhaus statt; im Frühjahr des gleichen Jahres folgte die überarbeitete, endgültige Fassung. Die Psalmkantate wurde zu Lebzeiten des Komponisten häufig aufgeführt und auch vom selbstkritischen Mendelssohn als eine seiner besten Kirchenkompositionen eingeschätzt. Robert Schumann urteilte, das Werk sei „die höchste Stufe, die er [Mendelssohn] als Kirchenkomponist, ja die neuere Kirchenmusik überhaupt, erreicht hat“.

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Leiden und Erlösung – Musik zum Karfreitag

Leiden und Erlösung – Musik zum Karfreitag

Nicola Porpora, Salve Regina in F für Solo, Streicher und Basso Continuo
Johann Sebastian Bach, BWV 84 „Ich bin vergnügt“ für Solo, Orchester und Basso Continuo
Giovanni Battista Pergolesi, “Stabat mater” für Soli, Streicher und Basso Continuo

Claire E. Craig, Sopran
Katerina Bernhardt, Mezzosopran

Bachorchester Würzburg
Matthias Querbach

Tickets im Falkenhaus 0931.372398 oder an der Abendkasse

Nicola Porpora, ein Zeitgenosse von Bach und Händel, gehörte zu den einflussreichsten Musikern seiner Epoche und suchte auch außerhalb Italiens nach Anerkennung. In London gehörte er einem Opernunternehmen an, das mit Händels Royal Academy of Music konkurrierte. Als geschätzter Gesangspädagoge bildete Porpora die berühmten Kastraten Porporino, Caffarelli und Farinelli aus. Das „Salve regina“ komponierte er in Venedig für das Ospedale degl’Incurabili, ein Waisenhaus mit reicher und überaus professioneller Musiktradition.

Es war der 9. Februar 1727, als Johann Sebastian Bach die Kantate „Ich bin vergnügt in meinem Glücke“ zum ersten Mal aufgeführt hat. Textliche Grundlage ist das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg: Alle fangen sie zu unterschiedlichen Zeiten an zu arbeiten, aber am Ende des Tages gibt ihnen der Weinbergsbesitzer denselben Lohn. Denn, so sagt er: „Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.“
Der erste Satz erinnert mit seinen weitausschwingenden Oboenfiguren an den langsamen Satz aus einem Oboenkonzert. Der in den gleichmäßig-ruhigen Akkordschlägen der Begleitstimmen stets durchhörbare Dreiertakt charakterisiert treffend den Gleichmut des mit seinem von Gott verfügten Schicksal Zufriedenen.
Im Gegensatz zum ersten Satz wirkt der zweite sehr schlicht. Ein einfaches Rezitativ, dem jede Auszierung und erst recht jede Erweiterung zum Arioso fehlt. Die folgende Arie „Ich esse mit Freuden mein weniges Brot“ illustriert in ihrer liedhaften, lebendigen Melodik nicht nur die Freuden, von denen der Arientext erzählt, sondern mehr noch die Worte seines Mittelteils. Da heißt es: „Ein fröhlicher Geist, ein dankbares Herze, das lobet und preiset“:
Besonders reizvoll ist die Führung der Oboe und der Solovioline, die zu Anfang miteinander gehen, sich dann voneinander trennen, sich später wieder zusammenfinden und so ein ständiges Wechselspiel zwischen Ein- und Zweistimmigkeit vollführen. Der vierte Satz, das Rezitativ, erhält durch die Streicherinstrumentierung einen textlich wie formal bedeutsamen Nachdruck. Doch wird, wie bereits im ersten Rezitativ, auf jeden ariosen Einschub verzichtet.
Der Schlusschoral, die 12. Strophe des Liedes „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“, gesungen auf die Melodie „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, beendet die Kantate.

Das Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi ist eine Vertonung des gleichnamigen mittelalterlichen Gedichtes für Alt, Sopran, Streicher und Basso continuo. Dies ist das bekannteste geistliche Werk des italienischen Komponisten und entstand 1736, wenige Wochen vor seinem Tod.
Eine Neuheit des Werks besteht darin, dass es den damals neu aufkommenden galanten Stil aufnimmt, mit dem der Komponist in seinem Opernintermezzo La serva padrona (1733) rauschende Erfolge auf den Bühnen Europas feierte. Die Anwendung dieses Stils war jedoch in der Kirchenmusik ungewohnt.
Die unmittelbar ergreifende Stimmung des Werks fand bald überwiegende Zustimmung. Jean Jacques Rousseau pries den Eröffnungssatz als „das perfekteste und berührendste Duett aus der Feder irgendeines Komponisten.“ Die jährlichen Aufführungen des Werks in der königlichen Kapelle von Schloss Versailles wurden von Ludwig XVI.besucht.

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