Vergangene Konzerte

ORATORIUM II

Jan Dismas Zelenka:

Magnificat D-Dur ZWV 108

Johann Sebastian Bach:

Weihnachtsoratorium Kantaten 1 – 3 BWV 248

Samstag 02. Dezember 2017, 20 Uhr,
St. Johanniskirche Würzburg

Marie F. Schöder, Sopran
Anneke Ulmer, Alt
Benjamin Glaubitz, Tenor
Martin Schicketanz, Bass

Bachchor Würzburg
La strada armónica (auf historischen Instrumenten)

Matthias Querbach, Leitung

Der Lobgesang der Maria – das Magnificat – zählt zu den bedeutendsten neutestamentlichen Gesängen. Seit den Anfängen der Kirchenmusik beschäftigen sich Komponisten immer wieder mit diesen Versen und bringen den Text aus dem Lukas-Evangelium auf mannigfaltige Art zum Klingen.
Zelenka, (1679-1745), ein Zeitgenosse Bachs, geboren in Tschechien, bewarb sich wie Bach, beide vergeblich, um den Hofkapellmeisterposten am Dresdener Hof unter Kurfürst Friedrich August II. In seinen Kompositionen verbindet Zelenka archaische Satztechniken mit seinerzeit modernen, expressiven Ausdruckmitteln – sein strahlendes und frisch wirkendes Magnificat ist hierfür ein gutes Beispiel.
Zelenkas Magnificat war in seiner Zeit sicherlich zur Verwendung im katholischen Hofgottesdienst gedacht. Von seiner versierten Satztechnik zeugen die vielfältig und abwechslungsreich nach strengen Satzregeln arrangierten Motive, die letztendlich in eine breit angelegten Amen-Doppelfuge münden. Die Musikwissenschaft vermutet, dass Johann Sebastian Bach das kompositorische Schaffen seines katholischen Kollegen schätzte. In Bachs Nachlass fanden sich einige Werke des verkannten Dresdner „Kirchen-Compositeur“.

Johann Sebastian Bachs wohl berühmtestes Werk ist das Weihnachtsoratorium: „Oratorium, welches die heilige Weynacht über in den beiden Haupt-Kirchen zu Leipzig aufgeführet wurde. Anno 1734“ – so lautete der Titel des gedruckten Textbuches, das zu den Festgottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest vom 6. Januar des folgenden Jahres an den Toren von St. Thomas und St. Nicolai verkauft wurde. In diesen beiden Hauptkirchen Leipzigs wurden die sechs Kantaten, aus denen sich das Gesamtwerk aufbaut, jeweils vormittags und nachmittags aufgeführt, wobei die Reihenfolge abwechselte.

Man ist verlockt, sich einmal in die damalige Funktion und Situation des heute berühmten und den Musikfreunden und gebildeten der ganzen Welt als „Weihnachts-Oratorium“ vertrauten Werkes zurückzuversetzen. Zuhörer der ersten Aufführungen waren die Mitglieder der beiden Gemeinden. Nicht ein rein musikalisches Interesse hatte sie in die Kirche geführt, sondern die selbstverständliche Pflicht des geistlichen Jahreslaufes und der Wunsch nach Erbauung. Solche Erbauung fanden sie in erster Linie in der Predigt, in den ihnen vertrauten Worten des Evangeliums, in der im Textbuch nachzulesenden Poesie des Textdichters und schließlich, soweit sie musikalisch waren, in der Musik. Wer Bibelwort und Poesie, aus denen sich zu jener Zeit ein Kantatentext zusammensetzte, vertont hatte, das war im Textbuch nicht angegeben, brauchte gar nicht angegeben zu werden, weil nicht ein neugieriges Konzertpublikum, sondern ausschließlich die Gemeindemitglieder, denen ihr Kantor eine vertraute Figur war, Zeugen der Aufführung waren.

Auch wenn Bach seine glücklicherweise erhaltene Partiturhandschrift vom Weihnachts-Oratorium nicht mit seinem Namen signiert hätte, wüsste man doch, dass nur er das herrliche Werk hätte komponieren können. Wer die Texte der Arien und Chöre gedichtet hat, ist zwar nicht ebenso durch Unterschrift dokumentiert, dennoch darf man vermuten, dass es der poetisch fruchtbare Christian Friedrich Henrici war, jener Leipziger Ober-Post-Kommissar und Steuereinnehmer, der unter dem Dichternamen „Picander“ für Bach schon viele Texte geliefert hatte, darunter solche für Arien und Chöre der „Matthäus-Passion“.

Bach hatte schon mehrfach Kantaten für die Gottesdienste der Weihnachtszeit schreiben müssen, aber erst im Winter 1734 beschloss er, die sechs Kantaten, deren jede einzeln aufzuführen war, dennoch in Bezug auf Zusammenhang und Ablauf zu einem in sich geschlossenen Ganzen zu verbinden.
So stellt sich die Frage nach der Einheit von musikalischer Substanz und poetisch-geistlichem Text ungleich komplizierter.

Bach hat nämlich nur die erzählenden Rezitative des Evangelisten, die Secco-Rezitative (nicht die Accompagnati und die vierstimmigen Choräle), mithin die musikalisch schlichtesten Bestandteile, für sein neues Werk auch wirklich neu komponiert.
Mit einigen Ausnahmen allerdings: neu schuf er auch die berühmte Sinfonie der Hirten und zwei Chöre, das mottethisch streng gearbeitete „Ehre sei Gott in der Höhe“ (Nr.21) und den tonmalerischen Einschub „Lasset uns gehen gen Bethlehem “ (Nr. 26).

Auch eine der Arien hat Bach neu komponiert, aber erst, nachdem er selbstkritisch bemerkt hatte, dass in diesem Fall die in der ganzen Barockmusik übliche und von der Musikwissenschaft als Parodieverfahren bezeichnete Praxis, eine früher geschriebene Vokalkomposition aus gegebenem Anlass mit einem neuen Text zu versehen, zu keinem ihn befriedigenden Resultat führte.

Dafür, dass die barocke Musikästhetik heute wieder verstanden wird, liefert gerade das Weihnachts-Oratorium den schlüssigen Beweis. Die als Inbegriff eines geistlichen Wiegenliedes allen Ohren und Herzen vertraute Arie „Schlafe, mein Liebster“ (Nr. 19) ging aus einer textlich besonders diskrepanten Parodie hervor. Die im musikalischen Wortlaut notengetreu übernommene Partitur stand in der schon erwähnten Geburtstagskantate „Die Wahl des Herkules“. Der dortige Text („Schlafe mein Liebster und pflege der Ruh, folge der Lockung entbrannter Gedanken! Schmecke die Lust der lüsternen Brust und erkenne keine Schranken!“) stellte dar, wie Herkules umbuhlt und eingeschläfert wurde. Schon allein seiner unfreiwilligen Komik wegen nimmt niemand von diesem Urtext Notiz. Unlösbar identifizierte sich dank Bachs Entscheidung und auf Grund einer generationenlangen Tradition die auf Urmotive von „Schlaf“ und „Ruhe“ gründende Tonsymbolik von Melodie, Harmonie und wiegender Bewegung mit dem musikalisch sublimierten Text als einem nicht mehr umzukehrenden Vorgang.

Die innere Einheit von Bachs Weihnachts-Oratorium wurde von unzähligen Menschen erlebt und durch solches Erlebnis bezeugt.

Oratorium I

Wolfgang Amadeus Mozart:

Oratorium „Der Messias“ KV 572

Samstag 25. November 2017, 20 Uhr,
St. Johanniskirche Würzburg

Julia Sophie Wagner, Sopran
Ursula Eittinger, Alt
Andreas Weller, Tenor
Felix Rathgeber, Bass

Bachchor Würzburg
Würzburger Bachorchester

Matthias Querbach, Leitung

Händels Messias zu bearbeiten war keine eigene Idee Mozarts. Vielmehr handelte es sich dabei um einen Auftrag des Barons Gottfried van Swieten. Van Swieten hatte in Wien die ‚Gesellschaft der Assoccierten‘ gegründet, in deren privaten Zirkel oratorische Werke zur Fasten- und Weihnachtszeit aufgeführt wurden. Durch die Reformen des Monarchen Joseph II. hatte die Kirchenmusik einschneidende liturgische Veränderungen hinnehmen müssen, woraufhin sie fast zum Erliegen kam. Aus diesem Grund verlagerte sich das Geschehen auf private Veranstaltungen. Zu dem Kreis um van Swieten gehörte der Wiener Adel, dessen Mitglieder gleichzeitig als Mäzene auftraten. Mozart nahm schon einige Zeit vor seinem Messias an diesen Konzerten teil – als Cembalo-Spieler unter Hoftheaterkomponist Starzer, der bereits Judas Maccabäus bearbeitet hatte. In dieser Zeit hatte Mozart bereits Zugang zu van Swietens Privatbibliothek und konnte Partituren Bachs und Händels studieren, in denen er tiefreichende Anregungen für sein eigenes Schaffen fand. 1788 übernahm Mozart selbst die Direktion der Privatkonzerte und bearbeitete im selben Jahr Händels Acis und Galathea, im März 1789 schliesslich den Messias und im Jahr darauf die Cäcilien-Ode und das Alexanderfest. Die Proben zum Messias fanden in van Swietens Wohnung statt. Am 6. März 1789 wurde das Oratorium im Palais des Grafen Johann Esterhazy erstmals aufgeführt. Die Zahl der mitwirkenden Instrumentalisten ist nicht bekannt, im Chor sollen es nur 12 Sänger gewesen sein.
Baron van Swieten, der ein großer Verehrer barocker Musik war, verlangte von Mozart, das Stück zu ‚modernisieren‘. Dieser Anspruch war durchaus üblich – man hatte zwar große Achtung für das ursprüngliche Werk und dessen Komponisten, was aber kein Hinderungsgrund dafür war, „Veraltetes“ dem neuen Empfinden anzupassen. Als Vorlage diente Mozart die Erstausgabe von Händels Partitur. Daraus fertigten zwei Kopisten eine Arbeitspartitur. Anstelle des englischen Textes und der Bläserstimmen setzten sie dabei leere Zeilen, in die Mozart seine eigene Begleitung schreiben konnte sowie den Text, der von van Swieten stammte. Seiner Version wiederum lag die Übersetzung von F. G. Klopstock und C. D. Ebeling aus dem Jahre 1775 zugrunde.
Die größte Veränderung erfuhren die Arien, die Form, von der man glaubte, sie bedürfe am meisten einer ‚Aktualisierung‘. Mozart änderte teilweise das harmonische Gefüge, nahm Kürzungen vor, variierte die Tempi, transponierte die Arien oder ordnete sie anderen Stimmen zu. Bis auf eine Ausnahme hält er aber die Form der Arie ein. Nur ‚Wenn Gott ist für uns‘, erscheint bei Mozart als Rezitativ statt als Arie. Dazu van Swieten: ‚Ihr Gedanke, den Text der kalten Arie in ein Recitativ zu bringen, ist vortrefflich… Wer Händel so feierlich und so geschmackvoll kleiden kann, dass er einerseits auch den Modegecken gefällt, und andererseits doch immer in seiner Erhabenheit sich zeigt, der hat seinen Werth gefühlt, der hat ihn verstanden, der ist zu der Quelle seines Ausdrucks gelangt, und kann und wird sich daraus schöpfen‘. Die ‚kalte Arie‘ hatte Mozart mit ihrer Stimmung wohl so wenig zugesagt, dass er einmalig den formalen Rahmen ändern zu müssen glaubte, was für seinen sensiblen Umgang mit der Vorlage spricht.
Die Chorsätze erscheinen in fast unveränderter Form. Allerdings hat Mozart sie auf Harmonie gesetzt. Zu den Füllstimmen der Hörner und Trompeten kommen Holzbläser, die vor allem im Unisono die Oberstimme des Chores begleiten. Die Posaunen hingegen doppeln optional Alt, Tenor oder Bass, sind aber nur in zwei Nummern obligat. Vor der späteren Erstveröffentlichung des Drucks des Messias schreibt Rochlitz im Intelligenzblatt der Allgemeinen Musikalischen Zeitung: „Er hat mit äußerster Delikatesse nichts berührt, was über den Stempel seiner Zeit erhaben war… Die Chöre sind ganz gelassen, wie sie Händel geschrieben hat, und nur behutsam hin und wieder durch Blasinstrumente verstärkt.“
Eine weitere Änderung in den Chorsätzen betrifft die Tempi. Hier greift Mozart ein und wählt meist langsamere. Neben der Verlangsamung der Sätze ‚beraubt‘ Mozart den Chor einiger Passagen. Das betrifft vor allem virtuose Stellen in den Anfangschören, die er den Solisten überlässt. Neben der Erklärung, er täte das zur Veranschaulichung der barocken Terrassendynamik, könnte man auch auf äußere Gründe schließen. Möglicherweise hatte er keinen Chor zur Verfügung, dem er dies zugetraut hätte. Auch die Arien wurden gekürzt. Beispielsweise strich er den Mittelteil der Bass-Arie ‚Sie schallt, die Posaun‘. Dazu Rochlitz: ‚Diejenigen [Arien], wo Händel mehr der Gewohnheit seiner Zeit folgte, haben von Mozart ein neues und unübertreffliches Akkompagnement erhalten, ganz im Geiste Händels, und doch mit Benutzung der weiter fortgeschrittenen Kultur der Instrumente und des Geschmacks, und wo sie zu lang waren und unbedeutend wurde, wie z.B. der zweyte Theil nur für Singstimme und Baß geschrieben war, da hat er sie verkürzt.‘ Im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Oratorienbearbeitungen sind die Kürzungen Mozarts aber geringfügig. Sie legen es vielmehr darauf an, das Geschehen zu verdichten und zu straffen. So verkürzt sich die Aufführungsdauer um ca. eine halbe Stunde auf 2 ½ Stunden. Rochlitz meint, dass das Oratorium dadurch ‚für jedes Publikum höchst genießbar ist‘.
Mozart begnügt sich jedoch nicht mit platten, konventionellen Änderungen. Er setzt die Holzbläser in Arien zur Ausdeutung der Grundstimmung ein. Zudem enthebt er die Fagotte immer wieder ihrer Generalbassfunktion. Um den musikalischen Fluss der Arie zu wahren stellte er in Kadenzen dem Sänger Instrumente zur Seite anstatt ihm die Freiheit zum Improvisieren zu lassen. Neben den Richtlinien, die der Geschmack der Zeit aufstellte, hatte sich Mozart auch nach äusseren Umständen zu richten. Zum Beispiel ist die Orgel gestrichen – es gab in den Wiener Palais, wo die privaten Aufführungen ja stattfanden, schlicht keine Orgeln. Ein anderes Problem, mit dem Mozart konfrontiert wurde, war der Wandel im Trompetenspiel, der sich zwischen Händels Messias und der Gegenwart vollzogen hatte. Der Verfall der ständischen Ordnung hatte den Niedergang der Stadtpfeiferzünfte und mit ihnen den Niedergang der Kunst des Clarinospiels zur Folge. Die Trompete des klassischen Orchesters reichte in ihrer Strahlkraft nicht an ihre Vorgängerin heran, weshalb Mozart sie zur Stütze des Orchesterklanges, harmonisch wie rhythmisch, „degradierte“. Die ursprünglichen Passagen modifizierte er oder überließ sie anderen Instrumenten wie z.B. dem Horn in der Arie „Sie schallt, die Posaun'“, das größere Virtuosität bot.
Trotz der Bearbeitung durch Mozart, bleibt der Messias doch das Werk Händels. Mozart hat nicht neu komponiert, sondern eine Vorlage bearbeitet, es praktisch arrangiert oder noch moderner gesprochen: „gecovert“. Er erreicht dabei eine Synthese von barocker Kontrapunktik und klassischem Stil, weshalb der Messias in dieser Fassung durchaus eine bemerkenswerte Alternative zum „Original“ darstellt.
Teresa Frick

Krönungsmesse

Wolfgang Amadeus Mozart
Joseph Haydn

Samstag 01. Juli 2017, 20 Uhr,
St. Johanniskirche Würzburg

Rahel Flassig, Sopran
Carla Antonia Trescher, Sopran
Barbara Giouseljannis, Alt
Christian Rathgeber, Tenor
Jakob Mack, Bass

Bachchor Würzburg
Bachorchester Würzburg

Matthias Querbach, Leitung

 

 

Zur Aufführung kommen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn. Neben der „Krönungsmesse“ (KV 317), die durch ihre charakteristischen sinfonischen Elemente und die klare Trennung von Solo- und Chorstimmen alle anderen Salzburger Messen überragt, die Motette „Exsultate, jubilate“ (KV 165) und Haydns „Messe in Zeiten des Krieges“, die sogenannte „Paukenmesse“ (Hob. XXII: 9).

Karten gibt es im Vorverkauf zu 25, 20 und 10 € (Ermäßigung jeweils 5 €) im Falkenhaus oder Pfarramt und an der Abendkasse.

Musik der Reformation

Johann Staden,
Melchior Frank,
Caspar Othmayr,
Erasmus Kindermann,
Johann Pachelbel

Sonntag 28. Mai 2017, 17 Uhr,
St. Johanniskirche Würzburg

Windsbacher Knabenchor (mit Barockensemble)

Martin Lehmann, Leitung

Johannes-Passion

Johann Sebastian Bach

Samstag 08. April 2017,  20 Uhr,
St. Johanniskirche Würzburg

Rahel Flassig, Sopran
Judith Beifuss, Alt
André Khamasmie, Tenor
Felix Rathgeber, Bass (Jesus)
Thomas Trolldenier, Bass (Arien)

würzburg.vokal (Kammerchor des Bachchor Würzburg)
Barockorchester La strada armónica (auf historischen Instrumenten)

Matthias Querbach, Leitung

Am Karfreitag 1724 erklang in der Leipziger Nikolaikirche erstmals Johann Sebastian Bachs Johannespassion. Heute ist das hochdramatische Werk auf der ganzen Welt ein Inbegriff für die musikalische Auseinandersetzung mit dem zentralen Thema des christlichen Glaubens. ‚Kühner‘ sei die Johannespassion, urteilte einst Robert Schumann, ‚gewaltiger, poetischer‘ als ihr Schwesterwerk, die Matthäuspassion, – ‚wie gedrängt, wie durchaus genial, namentlich in den Chören, und von welcher Kunst!‘
Bach charakterisiert in seiner Vertonung Christus als triumphierenden König, der im Kreuzestod die Sünde der Welt besiegt und den Menschen errettet.

Begleitet von einem neugegründeten Barockorchester auf historischen Instrumenten führt der ebenfalls neugegründete Kammerchor des Bachchors Würzburg, würzburg.vokal, die Johannespassion am Samstag, 8. April 2017 um 20 Uhr in der St. Johannis-Kirche in Würzburg auf.

Mit Rahel Flassig, Judith Beifuß, André Khamasmie als Evangelist, Thomas Trolldenier und Felix Rathgeber als Jesus konnten hochkarätige junge Solisten gewonnen werden.

Karten gibt es im Vorverkauf im Pfarramt St. Johannis, Telefon 0931 322846.

"Ich will euch trösten …"

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem

Benjamin Britten: Deus in adjutorium meum

Knut Nystedt: Peace I leave with you

Donnerstag 16. März 2017,  20 Uhr,
St. Johanniskirche Würzburg

Anke Hájková Endres, Sopran
Sven Fürst, Bariton

Burkhard Schaeffer, Klavier 1
Seung-Jo Cha, Klavier 2
Mark Christopher Lutz, Pauke

Bachchor Würzburg

Matthias Querbach, Leitung

Zum Gedenken an die Zerstörung Würzburgs am 16. März 1945 laden wir zu einem Konzert in die St. Johanniskirche ein.
Die eigene Vergänglichkeit, die Sterblichkeit, hat Menschen von jeher beschäftigt. Zahlreiche Komponisten leisteten einen musikalischen Beitrag, um im Bewusstsein dieser existenziellen Angst Trost zu spenden. Dem nimmt sich auch Ein Deutsches Requiem mit den von Johannes Brahms selbst zusammengestellten Bibeltexten an. Im protestantischen Hamburg aufgewachsen, stellte der Komponist den katholischen Vertonungen des lateinischen Requiem aeternam eine deutschsprachige Alternative entgegen.
Die sorgsame Auswahl aus Luthers Bibelübersetzung spannt einen dramaturgischen Bogen, der durch das omnipräsente Leitmotto des Trosts Zusammenhalt erfährt. Als Totenmesse konzipiert, gilt dieser Trost den Hinterbliebenen der Verstorbenen. Doch darüber hinaus bietet das Werk einen Beistand für alle Menschen und wird dadurch besonders reizvoll für den konzertanten Rahmen. Neben dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms in der Fassung für Soli, Chor, zwei Flügel und Pauke von Heinrich Poos erklingen zwei zeitgenössische Werke.

Die Motette ‚Peace I Leave With You‘ von Knut Nystedt macht äußerst eindrucksvoll die Zerbrechlichkeit des Friedens bewusst.
Benjamin Brittens Werk ‚Deus in adjutorium meum‘ entstand im Jahr 1945 unter dem Eindruck des 2. Weltkrieges.

Der Eintritt zu diesem Gedenkkonzert ist frei. Am Ausgang wird um Spenden gebeten.

Singalong Die Schöpfung

Joseph Haydn

Samstag 7. Januar 2017, 18 Uhr,
St. Johanniskirche Würzburg

Maximiliane Schweda, Sopran

Christian Rathgeber, Tenor

Johannes Hill, Bass

Publikum

Bachorchester Würzburg

Matthias Querbach, Leitung 

 

Wie im letzten Jahr mit Bachs Weihnachtsoratorium, wird auch beim kommenden Singalong das Publikum den Chor bilden und alle Chorsätze singen. Das hervorragende Bachorchester Würzburg wird zusammen mit exzellenten Solisten das Publikum unterstützen.
Alle Informationen über dieses in Bayern einmalige Projekt können unter www.singalong-wuerzburg.de eingesehen werden.
Karten zum Mitsingen gibt es unter Telefon 0931.322846 bei Andrea Bentele.

„Sola gratia“

BWV 7 (Christ unser Herr zum Jordan kam)

Bachkantate zum Mitsingen

27. November 2016, 10 Uhr
St. Johannis

Proben am 14.11.2016, 20 – 22 Uhr und 24.11.2016, 19 – 20 Uhr, Gemeindehaus St. Johannis

Julia Wagner, Sopran

Barbara Giouseljannis, Alt

Tilman Lichdi, Tenor

Felix Rathgeber, Bass

Bachorchester Würzburg

Bachchor Würzburg und Gäste

Matthias Querbach, Leitung

„Sola fide“

Otto Nicolai, Kirchliche Festouvertüre über den Choral „Ein feste Burg“ op. 31

Mendelssohn 42. Psalm für Soli, Chor und Orchester

Naji Hakim Augsburger Symphonie für Chor und Orchester

26. November 2016, 20 Uhr
St. Johannis

Julia Wagner, Sopran

Barbara Giouseljannis, Alt

Tilman Lichdi, Tenor

Felix Rathgeber, Bass

Bachorchester Würzburg

Bachchor Würzburg

Matthias Querbach, Leitung

Die Kirchliche Festouverture über den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ entstand aus einer für großes Orchester ausgearbeiteten kontrapunktischen Studie für Klavier zu vier Händen. Anlass war das 300jährige Gründungsjubiläum der Universität seiner Heimatstadt Königsberg am 28. August 1844.

Die Augsburger Symphonie (2011) basiert auf Martin Luthers liturgischer Musik. Anhand von zehn Lutherliedern, ausgehend vom meditativen „Vater unser im Himmelreich“ bis hin zum glanzvollen Finale über „Ein feste Burg ist unser Gott“ entfaltet der libanesische Komponist eine typische Deutsche Messe. Hakim bewegt sich weitgehend im tonalen Bereich mit einigen weit ausgreifenden, kühnen Harmonien.

Psalmtexte inspirierten Mendelssohn während seines ganzen Schaffens, und er hinterließ fünf große Orchesterpsalmen. Robert Schumann urteilte, das der 42. Psalm sei „die höchste Stufe, die Mendelssohn als Kirchenkomponist, ja die neuere Kirchenmusik überhaupt, erreicht hat“.

„Sola scriptura“

Bachkantate BWV 106 „Actus tragicus“

20. November 2016, 10 Uhr
St. Johannis

Maria Bernius, Sopran

Uta Grunewald, Alt

Christian Rathgeber, Tenor

Maximilian Lika, Bass

Bachchor Würzburg

Neue Nürnberger Ratsmusik auf historischen Instrumenten

Matthias Querbach, Leitung

„Solus Christus“

Passion – Ostern – Himmelfahrt

Samstag, 19. November 2016, 20 Uhr
St. Johannis

  • BWV 127 (Herr Jesu Christ, wahr’ Mensch und Gott)
  • BWV 249 (Osteroratorium)
  • BWV 11 (Himmelfahrtsoratorium)

Maria Bernius, Sopran

Uta Grunewald, Alt

Christian Rathgeber, Tenor

Maximilian Lika, Bass

Bachchor Würzburg

Neue Nürnberger Ratsmusik auf historischen Instrumenten

Matthias Querbach, Leitung

Die Bachtage 2016 beginnen mit drei herausragenden Werken des Thomaskantors. Die leider selten aufgeführten Werke brauchen sich keinesfalls hinter dem populären Weihnachtsoratorium zu verstecken.

Die Passionskantate betrachtet den Weg Jesu nach Jerusalem. Im Osteroratorium wird mit festlichem Glanz der Trompeten das österliche Geschehen geschildert. Für die Festtage des Kirchenjahres 1734/35 entstand neben dem Weihnachtsoratorium das Himmelfahrtsoratorium: Besonders die festliche Anlage und Instrumentation des Eröffnungs- und Schlusschores gibt die triumphale Freude über Christi Himmelfahrt wieder.

Bachkantate im Gottesdienst

BWV 80 „Ein feste Burg ist unser Gott“

Sonntag, 30. Oktober, 10 Uhr
St. Johannis

Maria Bernius, Sopran

Barbara Giouseljannis, Alt

Stefan Schneider, Tenor

Jakob Mack, Bass

Bachchor Würzburg

Bachorchester Würzburg

Matthias Querbach Leitung

Petite Messe solennelle

Gioachino Rossini

Samstag, 16. Juli 2016, 20 Uhr
St. Johannis

Anna Nesyba, Sopran

Ursula Eittinger, Alt

Tilman Lichdi, Tenor

Maximilian Lika, Bass

Burkhard Schäffer, Seung-Jo Cha, Klaviere

Regine Schlereth, Harmonium

Bachchor Würzburg

Matthias Querbach, Leitung

Gioacchino Rossinis letztes großes Alterswerk ist die abendfüllende „Petite Messe solennelle“, die 1863 für die Einweihung der Privatkapelle des Grafen Pillet-Will entstand. Mit heiterer Traurigkeit tritt er vor seinen Schöpfer wie vor sein Publikum – über seine Messe sagte er: „Ich habe nicht mit Dissonanzen gespart, aber ich habe auch etwas Zucker hinein getan.“

Neben die Schlußtakte des Agnus Dei schrieb Rossini in sein Manuskript die Worte: „Lieber Gott – voilà, nun ist diese arme kleine Messe beendet. Ist es wirklich heilige Musik [musique sacrée], die ich gemacht habe oder ist es vermaledeite Musik [sacrée musique]? Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt Du wohl! Wenig Wissen, ein bißchen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“

ELIAS

Felix Mendelssohn Bartholdy

Samstag, 30. April 2016, 20 Uhr
St. Johannis

Ina Siedlaczek, Sopran

Anna Lapkowskaja, Alt

Bernhard Schneider, Tenor

Maximilian Lika, Bass

Bachchor Würzburg

Bachorchester Würzburg

Mathias Querbach, Leitung

Mit der denkwürdigen Aufführung der Matthäus-Passion Bachs im Jahre 1829 bekannte sich Mendelssohn zum barocken Oratorium, das ihm in seinen eigenen Beiträgen zur Erneuerung dieser Gattung, dem PAULUS (1836) und dem ELIAS (1846), als Vorbild diente. Inhaltlich wurzelt der ELIAS in den Auseinandersetzungen, die sich im Volk Israel etwa zur Zeit des König Ahab zwischen Vertretern der Anhänger des Glaubens an den Gott des Volkes Israel, Jahwe, und den Befürwortern des Baalskultes zugetragen haben. Schlüsselfigur ist der Prophet Elias. Den letzten Anstoß zur Komposition des ELIAS gab im Juni 1845 der Auftrag von Joseph Moore, dem Manager des Birmingham-Music-Festivals.

Über die Aufführung des ELIAS in Birmingham am 26. August 1846 berichtet Mendelssohn: „Noch niemals ist ein Stück von mir bei der ersten Aufführung so vortrefflich gegangen und von den Musikern und den Zuhörern so begeistert aufgenommen worden, wie dies Oratorium. Nicht weniger als vier Chöre und vier Arien wurden wiederholt.“ Der ELIAS zählt heute zu den beliebtesten romantischen Chorwerken.

Am Samstag, den 30. April 2016 20 Uhr wird der Bachchor und das Bachorchester zusammen mit den hervorragenden Solisten das Oratorium „Elias“ unter der Leitung von Matthias Querbach in St. Johannis aufführen.

Karten gibt es im Vorverkauf im Falkenhaus oder im Pfarramt St. Johannis (Tel. 0931/322 846), Restkarten an der Abendkasse.

Passionskantaten

von Johann Sebastian Bach und Jürgen Blume

Freitag, 25. März 2016, 20 Uhr
St. Johannis

Rahel Flassing, Sopran

Sonja Koppelhuber, Alt

Maximilian Argmann, Tenor

Johannes Hill, Bass

Bachchor Würzburg

Bachorchester Würzburg

Mathias Querbach

Im Mittelpunkt unseres traditionellen Konzertes am Karfreitag stehen drei Passionskantaten von Johann Sebastian Bach. Diesen stellen wir ein zeitgenössisches Werk von Jürgen Blume gegenüber.
Der Leipziger Rat hatte 1723 die zeitkritische Aufgabe, das Thomaskantorat neu zu besetzen. In der vorösterlichen Fastenzeit hatte die Figuralmusik zu schweigen (tempus clausum), und so war es wichtig, dass Bachs Probemusizieren noch am Sonntag Estomihi, am 7. Februar 1723, stattfinden konnte. Er bereitete zwei Kantaten (BWV 22 und BWV 23) zur Aufführung vor, je eine für den Musik-Platz vor und nach der Predigt.

Eine der beiden Kantaten, die Kantate BWV 22, ist wahrscheinlich noch in Köthen entstanden. In der 1727 entstandenen Kantate „Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem“ BWV 159 verwendet Bach die Choralmelodie „Herzlich tut mich verlangen“, auch bekannt mit dem Paul-Gerhardt-Text „O Haupt voll Blut und Wunden“. Die Kantate BWV 127 komponierte Bach im zweiten Amtsjahr in Leipzig. Ein ausdrucksvoller Text und ein unglaublich dichtes Wort-Ton-Verhältnis kennzeichnen diese wunderbare Kantate. Formale Knappheit und besondere Ausdrucksstärke – das sind Merkmale der Estomihi-Kantaten, die zu den herausragenden Kompositionen Bachs gehören. Zu diesen drei Bachkantaten hat in den 1990er Jahren Prof. Jürgen Blume eine weitere Passionskantate geschrieben: Klare Strukturen (er verwendet wie Bach Arien, Rezitative und Coros) und eine gemäßigt moderne Tonsprache zeichnen diese eindrückliche Passionskantate aus.

Begleitet vom Bachorchester führt der Bachchor Würzburg, diese vier Kantaten am Karfreitag, 25. März 2016 um 20 Uhr in St. Johannis/Würzburg unter der Leitung von Matthias Querbach auf.

Karten zu 20 € sind im Falkenhaus und im Pfarramt St. Johannis erhältlich.

Singalong Weihnachtsoratorium Teile I-III

Johann Sebastian Bach

Samstag, 9. Januar 2016, 18 Uhr
St.-Johanniskirche, Würzburg

Was ist ein Singalong?

Bei einem Singalong werden Werke für Chor und Orchester mit einem professionellen Orchester besetzt. Die rund 600 erwarteten Besucher im Publikum werden dabei komplett den Chor bilden. Jeder Teilnehmer muss jedoch einen Klavierauszug des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach mitbringen und das Werk schon einmal gesungen haben. Hervorragende Solisten und das Bachorchester Würzburg werden zudem zu hören sein. Karten bekommen Sie im Pfarramt St. Johannis bei Andrea Bentele, Telefon 0931 322846.

Nicht nur Zuhören, sondern mitten drin sein im musikalischen Geschehen, das ist der Sinn und Zweck eines Singalongs. Die Zuhörer werden nach ihrer Stimmlage im Kirchen- oder Konzertraum aufgeteilt. Das Orchester, die Solisten und der Dirigent befinden sich vor dem Singalong-Chor. Jeder Besucher gestaltet mit den Orchestermusikern und den Solisten unter der Leitung von Matthias Querbach das Konzert und hat somit aktiven Anteil am Gelingen der Aufführung. Es ist ein unvergessliches Erlebnis, die Chöre inmitten eines ungewöhnlich großen und enthusiastischen Chores mitzusingen.

Das erste Singalong fand 2014 in Neuendettelsau mit größtem Erfolg statt. Begleitet wurde das Singalong vom Bayerischen Fernsehen sowie von BR4 Klassik. Singalongs finden z. B. in der Royal Albert Hall in London, der Hauptkirche St. Trinitatis in Hamburg-Altona, in Kirchen von Amsterdam oder auch in Frankfurt am Main statt. In Bayern ist das Singalong, welches am 9.1.2016 in Würzburg veranstaltet wird, das zweite seiner Art.

Wer macht außer dem Publikum mit?

Maria Bernius, Sopran

Barbara Giouseljannis, Alt

Christian Rathgeber, Tenor

Maximilian Lika, Bass

Bachorchester Würzburg

Matthias Querbach

Für dieses Singalong wurde eine eigene Hompage erstellt: www.singalong-wuerzburg.de. Dort sind sämtliche Informationen zu diesem weihnachtlichen Event zu finden.